Kapitel 03

Für die Hater

Peinliche Katastrophen und große Niederlagen
3 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
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1:8 gegen Dundee: Im Europapokal ist ein 1:8 beim schottischen Vertreter FC Dundee im allerersten FC-Spiel im Landesmeister-Wettbewerb 1962/63 die peinlichste FC-Pleite. Zur Ehrenrettung: Torwart Fritz Ewert erleidet schon nach zwei Minuten eine Gehirnerschütterung, bleibt zur Pause (0:5) in der Kabine und Verteidiger Toni Regh geht ins Tor. In Unterzahl setzt es weitere drei Gegentreffer.

Die höchste Bundesliga-Niederlage: 0:7 geht der 1. FC Köln am 15. Mai 1971 beim FC Bayern München im Stadion an der Grünwalder Straße unter. Ein Eigentor von Karl-Heinz Thielen leitet das Rekord-Debakel ein. Das Spiel zählt zu den Partien, die im Rahmen des Bundesligaskandals in den Fokus der Ermittler geraten, bewiesen werden kann jedoch nichts. Angeblich hat Köln extra verloren, damit sein Pokalfinalgegner Bayern Meister wird. So wäre man auf alle Fälle international dabei gewesen. Bayern wird aber nicht Meister... Übrigens: Mit 0:8 verliert der Klub 2003 im DFB-Pokal – und zwar erneut gegen den FC Bayern München.

Die peinlichste Wende gegen den 1. FC Köln: Im Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg reicht den Kölnern am 10. Dezember 2017 bei Schnee und Eis – die Partie steht auf der Schneeschippe – eine 3:0-Führung nicht aus. Nach 1:3 zur Pause drehen die Freiburger die Partie durch zwei Tore von Nils Petersen ab der 90. Minute (!) noch um und lösen heftige Tumulte im RheinEnergie-Stadion aus. Die FC-Ultras gehen auf die Barrikaden.

Der Nullingerrekord: Das hat nicht mal die größte Bundesligalachnummer Tasmania Berlin hinbekommen. In der Spielzeit 2001/02 bleibt der FC zehn Spiele (!) und 1033 Minuten ohne Tor, ehe Verteidiger Thomas Cichon im Heimspiel gegen Hertha BSC am 3. März 2002 die weiterhin längste Durststrecke eines Bundesligisten (Stand: Dezember 2019) beendet. Überflüssig zu erwähnen, dass am Saisonende der Abstieg steht.

Untergang im UEFA-Cup-Finale: Achtmal steht der 1. FC Köln in einem europäischen Halbfinale, aber nur 1986 springt eine Finalteilnahme heraus. Diese wird zur Mega-Enttäuschung. In den UEFA-Cup-Finals müssen die Rheinländer im Hinspiel eine 1:5-Niederlage bei Real Madrid hinnehmen. Das ist im Rückspiel nicht mehr zu korrigieren. Nach Zuschauer-Ausschreitungen im Halbfinale im belgischen Waregem muss Köln das Rückspiel im Berliner Olympiastadion austragen. Die Stimmung bleibt unterm Hintern: Nur 16.185 Zuschauer verlieren sich im weiten Rund. Köln gewinnt zwar mit 2:0, doch das ist insgesamt zu wenig. „Das hat sich nicht wie ein Finale angefühlt", sagt FC-Stürmer Klaus Allofs anschließend dem Boulevardblatt „Express".

Gladbach gegen Köln Berti Vogts Wolfgang Overath Rheinderby
Gladbach gegen Köln. Im Bild die langjährigen Kapitäne Vogts (l.) und Overath (r.). In der Regel gewinnen die Borussen vom Niederrhein. Damals und heute. Foto: Imago Images/ Werner Otto

Schwarzer Rauch für den Absteiger: Selten hat sich ein Klub so würdelos aus der Bundesliga verabschiedet wie der 1. FC Köln am Ende der Saison 2011/12. Beim 1:4 im letzten Spiel gegen den FC Bayern muss Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) einige Sekunden früher abpfeifen – FC-Ultras haben das RheinEnergie-Stadion mit Rauchbomben in schwarze Wolken gehüllt. Schon zehn Minuten zuvor ist die Polizei vor der Kölner Südkurve aufmarschiert und verhindert Schlimmeres. Weil Hertha BSC gegen 1899 Hoffenheim gewinnt, rutschen die Kölner auf den direkten Abstiegsplatz. „Das ist ein schwarzer Tag für den 1. FC Köln. Das ist ein unglaublich unnötiger Abstieg", sagt Kölns Interimstrainer Frank Schaefer.

1:5 gegen Borussia Mönchengladbach: Die größte Derby-Pleite gegen Gladbach erlebt der 1. FC Köln am 14. November 1984. In einem Mittwochspiel lassen Hans-Georg „Schorsch" Dreßen, Frank Mill, zweimal Uwe Rahn und Hans-Günter Bruns die „Fohlen" mit ihren Toren beim 5:1 in Müngersdorf jubeln. An diesem Tag will für den FC nichts klappen. Stephan Engels und Klaus Allofs scheitern mit ihren Elfmetern binnen acht Minuten an Gladbachs Torhüter-Legende Uli Sude. Schon zur zur Pause steht es 0:4.

Bundesligabilanz gegen Mönchengladbach: Derbys zu verlieren, ist nie gut. Konstant Derbys gegen den „Erzfeind" zu verlieren, ist eine Katastrophe. Per Ende Dezember 2019 hat es in der Bundesliga 89 Spiele zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach gegeben. Die Bilanz: Siege für Gladbach - 49, Siege für Köln - 24, Unentschieden - 16, 115:175 Tore aus Kölner Sicht.

Die aus Sicht der Geißbock-Hater erfreulichste Saison liefert der Karnevalsverein 2017/18 ab. Von der Europa League geht es in die „2. League" – mit einigen FC-Rekorden, auf die man am Geißbockheim nicht wirklich stolz sein dürfte.

Schlechteste Platzierung in der Abschluss-Tabelle: 2017/18 steigt der 1. FC Köln als 18. und damit als Tabellenletzter in die 2. Liga ab. Das ist auch 2003/04 so, jedoch mit 23 Punkten und damit einem Zähler mehr als 2018.

Wenigste Siege: 2017/18 gelingen dem 1. FC Köln nur fünf Siege in der Bundesliga. Das ist Vereins-Negativrekord.

Wenigste Punkte: Nur 22 Punkte bedeuten den Abstieg, der schon am drittletzten Spieltag nach einem 2:3 in Freiburg feststeht. Mit 14 bzw. acht Zählern ist man sowohl das schlechteste Heim- als auch das schlechteste Auswärtsteam der Liga. In der Hinrunde holt man nur sechs Punkte, nur Tasmania Berlin ist 1965/66 noch schlechter (vier Punkte).

Höchste Heimniederlagen: Vier-mal verliert der 1. FC Köln zu Hause mit fünf Toren Unterschied. Am 32. Spieltag der Saison 1990/91 gegen den VfB Stuttgart (1:6), am 2. Spieltag der Saison 1994/95 gegen Borussia Dortmund (1:6), am 27. Spieltag der Saison 2011/12 gegen Borussia Dortmund (1:6) und am 30. Spieltag der Saison 1989/90 gegen den Karlsruher SC (0:5).

Die längste Niederlagenserie: Sieben Mal in Folge verlieren die Kölner vom 7. bis zum 13. Spieltag in der Saison 2001/02. Genauso häufig verlieren sie vom 31. bis zum 34. Spieltag der Saison 2002/03 (2. Bundesliga) und vom 1. bis zum 3. Spieltag der Saison 2003/04 (Bundesliga).

Die meisten Niederlagen in einer Saison: 23 Niederlagen kassiert der „Effzeh" in der Bundesliga-Saison 2003/04.

Die längste Serie an nicht gewonnenen Spielen: 18 Spiele ohne Sieg bleibt der Verein bereits zwei-mal. In der Saison 2005/06 in der Bundesliga in einer Saison – vom 6. bis zum 23. Spieltag und in den Spielzeiten 1990/91 (vom 30. bis zum 34. Spieltag) sowie 1991/92 (vom 1. bis zum 13. Spieltag).

Conference League und trotzdem abgestiegen – das muss man erst einmal schaffen. In der Saison 2022/23 spielte der FC in Europa, ein Jahr später in der zweiten Liga. Der Abstieg 2024 war das Ergebnis einer sportlichen Talfahrt, die trotz internationaler Einnahmen nicht gestoppt werden konnte. Für die Kritiker ist Köln der Verein, der es immer wieder schafft, sich selbst im Weg zu stehen.

Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
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