Fun Facts
Der FC als „Double"-Sieger von 1978 und „Karnevalsverein" – dazu muss man kein Fußball-Insider sein und man muss auch nicht aus Köln kommen. Doch es gibt genügend Fakten zum rheinischen Kultklub aus der Reihe „echt jetzt?"
Maskottchen „Hennes": Der Geißbock „Hennes" ist neben dem Frankfurter Adler „Attila" das per Dezember 2019 einzig lebende Maskottchen der Bundesliga. Ein Geschenk der Zirkuschefin Carola Williams zur Karnevalsfeier des Vereins im Jahr 1950 wird zum Maskottchen und späteren Wappentier des 1. FC Köln. Der Ziegenbock wird auf den Namen Hennes getauft, in Anlehnung an den damaligen Trainer Hennes Weisweiler.
Es müllert sechsmal: FC-Torjäger Dieter Müller ist am 17 August 1977 im Spiel gegen Werder Bremen (7:2) der erste und bis heute (Stand: Dezember 2019) einzige Spieler, dem in der Bundesliga sechs Treffer in einer Partie gelingen. Am Ende der Saison wird er wie schon im Vorjahr Torschützenkönig, muss sich den Titel aber mit seinem großen Namensvetter Gerd von den Bayern teilen. Vor ihm holt nur ein Kölner die Torjägerkanone, Johannes Löhr (1968), nach ihm nur Klaus Allofs (1985).
Erste Platzsperre: Der FC ist nicht nur der erste Meister der Bundesliga, er schafft in der Premierensaison 1963/64 auch unrühmliche Fakten. Nach Ausschreitungen im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, als Schiedsrichter Lutz eine Fahnenstange „an den Kopf bekommt", muss er am 21. März 1964 gegen Eintracht Braunschweig nach Wuppertal ausweichen, bleibt aber auch im fremden Heim auf Meisterkurs (4:1).
Der Manager spielt selbst: Am 24. Februar 1973 sorgt der jecke Klub mal wieder für ein Novum. Wegen Personalnot muss Karl-Heinz Thielen, der seine Karriere eigentlich schon beendet hat und nun als FC-Manager seine Brötchen verdient, in Braunschweig noch mal für 23 Minuten ran. Kein Allheilmittel, auch er kann die 0:2-Niederlage nicht verhindern.

Emotional ist die Wahl von Werner Wolf im September 2019: Der neue FC-Präsident will nicht mehr mit Klublegende Harald „Toni" Schumacher zusammenarbeiten, man trennt sich. Der legendäre Keeper ist zuvor seit 2012 als Vize-Präsident verantwortlich für den sportlichen Bereich. In die Amtszeit des „Tünn" fallen die Bundesliga-Abstiege 2012 und 2018, aber auch die Rückkehr in den Europapokal 2017 – nach 25 Jahren Abstinenz.
Christoph Daum: Unter der Regie von Dietmar Artzinger-Bolten holt der FC 1986 den bis dahin völlig unbekannten Trainer Christoph Daum in die Bundesliga, er schenkt dem Assistenten von Georg Keßler sein Vertrauen. In die Amtszeit von Artzinger-Bolten fallen mit den Vize-Meisterschaften von 1989 und 1990 sowie dem DFB-Pokalfinale 1991 die bisher letzten großen Jahre des Vereins.
Albert Caspers: Albert Caspers geht 1998 als der FC-Boss in die Klub-Historie ein, der den ersten Abstieg verantworten muss. Nachdem der FC zunächst 35 Jahre ununterbrochen der Bundesliga angehört, schafft er in den darauffolgenden 21 Jahren sechs Abstiege und sechs Aufstiege.
Der erste Millionen-Transfer: Mit dem Belgier Roger van Gool vom FC Brügge tätigt der FC 1976 den ersten Wechsel in die Bundesliga, der eine Million Mark kostet. Der Rechtsaußen zahlt mit 28 Toren in 96 BL-Spielen zurück und hat seinen Anteil an den großen Erfolgen zwischen 1976 und 1979. 1980 wechselt van Gool zu Coventry City.
Meister mit zwei Klubs: Das Kunststück, als Torhüter mit zwei verschiedenen Klubs Deutscher Meister zu werden und dabei eingesetzt zu werden, gelingt neben Andreas Reinke (1. FC Kaiserslautern 1998, Werder Bremen 2004) nur FC-Legende Toni Schumacher. Der Keeper wird 1978 mit dem 1. FC Köln Meister – und 1996 im Methusalix-Alter von 42 Jahren mit Borussia Dortmund! Da ist Schumacher eigentlich schon Torwarttrainer, hat aber noch eine Spielberechtigung und wird im letzten Saisonspiel als Geste von Trainer Ottmar Hitzfeld für fünf Minuten eingewechselt.
Kult op Kölsch: Der FC inspiriert auch die Musikerszene in der Domstadt. „FC, jeff Jas" ist 2000 eine Liebes-Erklärung der Kölsch-Rocker von BAP an den Verein – und auch die Vereinshymne „Mer stonn zu dir, FC kölle" von der Band De Höhner ist im Kölschen Dialekt getextet. Die Hymne im Dialekt – das gibt es in der Bundesliga sonst nirgends!
Toni lässt es polstern: Der Österreicher Anton (Toni) Polster ist mit 83 Toren in 159 Pflichtspielen der erfolgreichste ausländische Schütze in der Geschichte des 1. FC Köln. Diese Fähigkeiten und möglicherweise auch andere Vorzüge besingt er später im Mallorca-Hit „Toni, lass es polstern" mit den „Fabulösen Thekenschlampen”. Nur, damit wir mal drüber gesprochen haben.
Der Rekordmann: Kein anderer Spieler hat für den 1. FC Köln häufiger in der Bundesliga gespielt als Harald „Toni" Schumacher. Der legendäre Keeper bringt es auf 422 Einsätze zwischen 1973 und 1986. Auf den Stationen Schalke, FC Bayern und Borussia Dortmund schraubt Toni seine Bundesliga-Bilanz auf 464 Partien hoch. Nur drei Torhüter, darunter seine Nationalmannschafts-Rivalen Eike Immel und Uli Stein, machen mehr Spiele in der deutschen Eliteklasse als Schumacher.
Der Ein-Spiel-Weltmeister: Paul Steiner hat 291 Bundesliga-Spiele für den 1. FC Köln gemacht, gehört aber mit nur einem Länderspiel zu den (wenigen) deutschen Weltmeistern, die praktisch aus dem Stand den größten Titel der Fußballwelt holen. Er wird im Vorfeld der WM 1990 eingesetzt und darf mit nach Italien, wo er zwischen Bank und Tribüne pendelt.
Strack muss her: Gerhard „Gerd" Strack (64) ist ein One-Club-Player der Bundesliga. Der Libero steht zwischen 1974 und 1985 insgesamt 261-mal für den 1. FC Köln auf dem Rasen. Im EM-Qualifikationsspiel gegen Albanien (2:1) erlöst der Kölner 1983 in Saarbrücken ganz Fußball-Deutschland mit dem Siegtor, das die Fahrkarte nach Frankreich löst. Es ist sein einziger Länderspiel-Treffer.
Führungsschwach: Die Saison 2017/18 bringt dem 1. FC Köln viele Negativ-Rekorde ein. Signifikant ist, dass man erst am 10. Spieltag dieser ominösen Kampagne eine eigene Führung zustande bringt – bis zum rheinischen Duell bei Bayer Leverkusen (1:2) dauert es 833 Minuten, ehe die FC-Fans endlich einen Führungstreffer bejubeln dürfen. Nützt nicht viel: Bayer 04 dreht die Partie durch Tore von Leon Bailey und Sven Bender noch um..
Meisterfeier: Als die Pfälzer kommen. Köln, 15. Juni 1991. Das Müngersdorfer Stadion erlebt eine Invasion. Schon gegen Mittag ist der Kölner Ring dicht. 35.000 Fans des 1. FC Kaiserslautern haben sich auf den Weg in die Rhein-Metropole gemacht. Sie wollen die erste Bundesliga-Meisterschaft ihres FCK feiern – und sie kommen voll auf ihre Kosten. Mit 6:2 (4:1) triumphieren die Pfälzer in Köln und holen sich den Titel. Es ist bis Dezember 2019 die letzte Übergabe der Meisterschale der Bundesliga in Köln.
Die Aufstiegs-Kölner: Sechsmal schafft der 1. FC Köln den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Dreimal, 2003, 2005 und 2019 gelingt das Erstliga-Comeback unmittelbar im Jahr danach. Die souveränste Zweitliga-Saison des FC ist die Spielzeit 2013/14 mit 68 Punkten.