Personae Non Gratae
Michael Ballack - Der „Capitano": Aber in Köln eben „keiner von uns". Der Mittelfeldspieler gilt als Synonym des Aufschwungs von Bayer Leverkusen zwischen 1999 und 2002. Nach einem 2:0-Heimerfolg der Bayer-Elf gegen den FC Schalke 04 im März 2011 ist Ballack in Köln untendurch, als er sich auf dem Zaun der BayArena zu einem zweifachen „Scheiß FC Köln" via Megaphon hinreißen lässt. Der DFB brummt ihm im Anschluss zwar eine 8.000 Euro hohe Strafe auf, doch zurücknehmen kann Ballack seine Worte nicht. Im Nachhinein entschuldigt er sich sogar für den verbalen Ausrutscher, doch bei den Kölnern ist der Nationalspieler fortan Persona Non Grata.
Ralph Hasenhüttl - Nach Fürth verschenkt: Österreicher fühlen sich in der Domstadt eigentlich recht wohl, man denke an FC-Legende Toni Polster oder Trainer Peter Stöger. Auf einen Alpen-Profi trifft das jedoch nicht zu: Ralph Hasenhüttl. Dass der Grazer im Jahr 2000 mit dem FC die erste Rückkehr in die Bundesliga schafft, kann seinen sportlichen Wert nicht heben. Der Stürmer kommt 1998 nach Köln, wo er die Geißböcke nach dem erstmaligen Abstieg zurück in die Bundesliga schießen soll. Der Plan geht nicht auf. Hasenhüttl trifft in 41 Zweitliga-Spielen nur dreimal. Er wird ablösefrei an Greuther Fürth abgegeben. „Zum Glück für den FC", wie die „Rheinische Post" bemerkt.
Oliver Held – Die Hand: Die Hand des Schalker Mittelfeldspielers ist aus Kölner Sicht bis heute schuld am ersten Abstieg der Vereinsgeschichte. Am 29. April 1998 haben die vom Abstieg bedrohten Domstädter beim Nachholspieltag die große Chance mit einem Punktgewinn etwas Luft zwischen sich und die Abstiegsplätze zu schaffen. In der 80. Minute werden die Kölner Träume vom Klassenerhalt stark gedämpft: Nach einem abgewehrten Freistoß schießt René Tretschok aus 14 Metern völlig ungedeckt auf das Schalker Tor. Während Keeper Jens Lehmann nur staunend hinterher schaut, reagiert Oliver Held blitzschnell und lenkt den Ball über die Latte – mit der Hand. Die grobe Unsportlichkeit bleibt ungeahndet. Auch weil Held den Schiedsrichter, der ihn befragt, belügt. Köln verliert mit 0:1 und am Saisonende fehlen eben diese drei Punkte, die es ohne die „Held-Hand” vielleicht auf Schalke gegeben hätte, für den Klassenerhalt. „Wenn ich damals die Wahrheit gesagt hätte, hätte der Abstiegskampf auch ganz anders ausgehen können", gibt Held später zu. Toni Polster verwünscht Held auf seine Art: „Er möge fortan im Leben kein Glück mehr haben".
Christian Keller trug als Geschäftsführer die Verantwortung für den Abstieg 2024. Die Transferpolitik unter seiner Führung wurde von vielen Fans als planlos empfunden – zu viele Spieler, zu wenig Qualität, zu hohe Kosten. Sein Name steht für die sportliche Misere der letzten Kölner Bundesliga-Jahre.
Florian Wirtz, der in der Kölner Jugend ausgebildet wurde und dann zu Bayer Leverkusen wechselte, gilt bei vielen FC-Fans bis heute als Persona non grata. Dass ausgerechnet ein Kölner Eigengewächs Leverkusen zum ersten Meistertitel führte, machte den Schmerz nur größer.
