Akte 1. FC Köln
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Momente Unvergessliche Momente

17. November 1991: Ein Polizist unterbricht das Auslaufen

Nach der 0:3-Klatsche in Schalke bittet Jörg Berger zum lockeren Auslaufen — dann fragt ein Polizist nach Maurice Banach.

Sonntag, 17. November 1991. Auf dem Trainingsgelände des 1. FC Köln bittet Coach Jörg Berger nach der 0:3-Klatsche beim FC Schalke 04 seine Spieler nur zum lockeren Auslaufen. Es gilt, den Kopf irgendwie frei zu kriegen. Das gelingt nicht.\n\nUnvermutet taucht ein Polizeibeamter auf.

Seine Frage, ob der Spieler Maurice Banach (24) heute zum Training erschienen sei, muss Berger verneinen. „Er ist wahrscheinlich tödlich verunglückt“, erklärt der Beamte dem erschrockenen Coach.\n\nBanach ist nach Angaben der Polizei auf der Autobahn A1 zwischen Wuppertal und Köln bei Remscheid von der Fahrbahn abgekommen und mit seinem dunklen Opel Omega an einen Brückenpfeiler geprallt. Der FC-Angreifer ist sofort tot, das Fahrzeug brennt komplett aus, den Rettungskräften bietet sich ein Bild des Grauens.

Berger ist geschockt, geht erst mal 20 Minuten in die Kabine, um sich zu sammeln.\n\nErst dann informiert er die Mannschaft über den Tod des Torjägers. „Wenn man eine solche Nachricht erhält, erkennt man schnell die Dimension des Sports“, sagt ein trauernder Weltmeister Pierre Littbarski später.

Maurice Banach (r.) mit Trainer Erich Rutemöller (l.). Foto: Imago Images/Kicker/Liedel
Maurice Banach (r.) mit Trainer Erich Rutemöller (l.). Foto: Imago Images/Kicker/Liedel